Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

Terminarchiv  für interessierte Bürger

Hier finden Sie eine Rückschau bereits vergangener Veranstaltungen und Termine.

Die ganze Wahrheit über den klimaverträglichen Umbau unserer Energieversorgung hat Matthias Willenbacher in seinem Buch „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin. Denn die Energiewende darf nicht scheitern!“ auf 154 Seiten klar und ohne Fachchinesisch zusammengefasst.
Am Donnerstag, 12. September 2013 nahmen ab 19 Uhr über tausend Menschen am ersten großen „Dezentralen Lese-Event“ Deutschlands teil.

An über 30 Orten lasen zeitgleich Protagonisten der Energiewende aus Willenbachers Spiegel-Bestseller.
Das Besondere: Der Autor beantwortete nach der Lesung Fragen zur Energiewende und zu seinem Masterplan – und das live als Video-Stream von der Spitze des leistungsstärksten Binnenlandwindrads der Welt, auf dem Schneebergerhof in Rheinland-Pfalz.

In Freiburg veranstaltete die Solar-Bürger-Genossenschaft die Lesung gemeinsam mit fesa e.V. und ECOtrinova e.V. im Café Velo im Mobile am Freiburger Hauptbahnhof. Lesende war Diana Sträuber, Geschäftsführerin des fesa e.V.

Die rund 30 Energieengagierten und -interessierten Gäste im Café Velo konnten ihre Fragen während der Lesung per Twitter oder Facebook von Ihrem Smartphone oder von einem im Raum bereitgestellten Rechner senden.

Nach Lesung und Fragerunde standen mit Experten des Freiburger Klimabündnisses zu den Bereichen Energiewirtschaft, -politik und aus der Praxis für eine Diskussion über Konzepte zur Energiewende zur Verfügung. Dies waren Per Klabundt, 100% GmbH, Georg Löser, ECOtrinova und Johannes Witt, Solares Bauen.

Mehr zum Buch: www.mein-unmoralisches-Angebot.de

Lesung Matthias Willenbacher im cafe velo Freiburg Lesung Matthias Willenbacher im cafe velo Freiburg

Vortragende sind der Energieexperte Gunnar Harms und der Genossenschaftsexperte Dr. Burghard Flieger.

Der Eintritt ist frei. Speisen und Getränke können auf eigene Rechnung im Café bestellt werden.

Gunnar Harms: Zukunft der Energieversorgung

Als ein Hauptproblem der Energiewende wird immer wieder eine "Integration der Erneuerbaren in den Markt" eingefordert.
Wenn man sowohl die derzeitige Entwicklung als auch die politischen Willenserklärungen zu Ende denkt (80% Strom aus EE in 2050), dann ist schnell klar, wer sich wo zu integrieren hat - nämlich genau umgekehrt: Die fossile Erzeugung in einen (wie auch immer gestalteten) EE-Markt. Die fossile Erzeugung wird dann nur noch Versorgungssicherheit beistellen - nicht mehr und nicht weniger.

Im Moment wird sehr viel über verschiedene Modelle zum künftigen Marktdesign diskutiert. Einig sind sich aber im Wesentlichen alle Modelle darin, dass das hohe Niveau der Versorgungssicherheit in einigen Jahren (mangels kurzfristig noch nicht verfügbarer größerer Speicherkapazitäten) nur unter zwei Voraussetzungen gewährleistet werden kann:

  • auf der Angebotsseite muss es gelingen, eine möglichst enge und effiziente Verknüpfung der fluktuierenden Erneuerbaren Energien mit der fossilen Erzeugung zu erreichen
  • auf der Nachfrageseite müssen Flexibilitäten bzw. Toleranzen geschaffen werden

Die dafür aus derzeitiger Sicht denkbaren Modelle und die Wege dahin einmal allgemeinverständlich und kompakt aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen, hat sich der Energieexperte Gunnar Harms vorgenommen.

Dr. Burghard Flieger: Die Rolle der Energiegenossenschaften in der künftigen Energieversorgung

Mittlerweile gibt es rund 780 Energiegenossenschaften mit Schwerpunkt Photovoltaik, die durch Bürgerbeteiligung die Energiewende vorantreiben. Die Solar-Bürger-Genossenschaft ist ein Teil dieser Bewegung, die eine Dimension erreicht hat, in der sie von der Politik einerseits hofiert, aber gleichzeitig in ihren Handlungsmöglichkeiten „beengt“ wird. Das EEG mit seinen nicht mehr kostendeckenden Einspeisevergütungen für Photovoltaikprojekte von Energiegenossenschaften ist ein Beispiel hierfür.

In seinem Vortrag geht der Genossenschaftsexperte Dr. Burghard Flieger auf die wachsenden Anforderungen von Energiegenossenschaften ein, denen diese sich stellen müssen, wenn sie nicht aus der Gruppe der Akteure verschwinden wollen, die die Energiewende weiter vorantreibt.

Vier wichtige Aktionsfelder, die in absehbarer Zeit eine wichtige Rolle für Energiegenossenschaften erhalten, werden in dem Referat angesprochen und erste Lösungswege aufgezeigt. Es sind der Ausbau der Überbrückungstechnologie BHKW, die Weiterentwicklung von der Stromproduktion in Richtung Stromvertrieb, der Einsatz von Speichertechnologien, um Photovoltaikprojekte auf Dauer wirtschaftlicher zu gestalten sowie der Einstieg in Kooperationszusammenhänge, um auch größer Energieprojekte gestemmt zu bekommen. Die vier Bereiche können in dem halbstündigen Vortrag mit anschließender Diskussion nur angerissen werden. Sie zeigen aber, wohin die Reise einer Energiewende von unten in absehbarer Zeit hingehen könnte.

Menschen im Cafe Velo

Am 28. und 29. Oktober 2011 fanden die ersten EnergieWendeTage für die Stadt und Region Freiburg statt.

Dr. Peter Moser bei den EnergieWendeTagen 2011

Im Café Velo berichtete am Freitagabend Dr. Peter Moser (deENet, Kassel) über Regionen und Städte im Wandel, insbesondere 100% erneuerbare Energien-Regionen, aktuelle Entwicklungen und erfolgreiche Beispiele (wie machen es die anderen?)

Am Ende seines Vortrages wagte er eine SWOT-Analyse für die Region Freiburg als 100% EE-Region (Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken).

Die Region Freiburg war eine frühe Starter-Region - ist aber noch größtenteils im Startblock verharrt. Was sehr gut entwickelt ist, ist das Image der Stadt und weniger einzelner Gemeinden als Sonnenregion mit hervorragenden Leuchtturmprojekten, auch gibt es besonders viele Aktivitäten aller Art, aber die konkrete Umsetzung der Energiewende, speziell der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und der Energieeinsparung verläuft viel zu langsam. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde diese Kritik konstruktiv aufgenommen.

 
Podium EnergieWendeTage 2011

Die Idee der EnergieWendeTage war es ja auch, das vorhandene Potenzial an Engagement und KnowHow, das in Stadt und Region eindeutig in großem Umfang vorhanden ist, zu kanalisieren und konkrete Schritte zu entwickeln, um aus den Startblöcken heraus zu kommen.

Die Vortragsserie am Samstag bot im Rahmen des Samstags-Forums Regio Freiburg einen tieferen Einblick in die Schwerpunkte und auch Hürden für die Aktivitäten Freiburger und regionaler Bürger-Initiativen.

Andreas Markowsky von der Ökostrom Erzeugung Freiburg GmbH betonte, dass die anderen Belange, wie der Naturschutz, bei der Planung von Erneuerbaren Energien-Anlagen berücksichtigt werden müssen, aber nicht überbewertet werden dürfen mit der Folge, dass alle zwar den Ausbau befürworteten, aber nicht im eigenen Umfeld.

Aktuell seien immerhin in der Region Freiburg mehrere Dutzend Windkraft-Projekte in Planung.

Christian Neumann von der Energieagentur Regio Freiburg berichtete über Bioenergiedörfer und die Bioenergie-Region im Südschwarzwald. Ein kritischer Punkt, auf den geachtet werden muss, ist die Priorität der Energieeinsparung vor weiteren Schritten. So dürfe die Belieferung mit relativ günstiger Wärme aus regionaler Biomasse oder durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme anschließend in BHKWs nicht dazu führen, dass Wärme verschwendet werde.

Die Mobilitätswende als wichtiger Bereich der Energiewende (Verkehr verbraucht 30% der fossilen Energien) war das Thema von Hannes Linck, der für den VCD Freiburg vortrug. Die vorrangige Verringerung von Individualverkehr ist dabei vor einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge ein zentrales Thema. Mehrere Dutzend Vorschläge und Forderungen mit dem Effekt, dass andere Fortbewegungsarten komfortabler und naheliegender werden als das eigene Auto zu nutzen aber auch mit dem Ziel eines insgesamt geringeren Mobilitäts- und Transportaufkommens liegen bereits vor und sind teilweise sehr einfach umzusetzen, wie beispielsweise die Veränderung der Ampelschaltungen zugunsten der Fußgänger.

 
Vortragsreihe EnergieWendeTage / Samstagsforum

Für Energie-Hunger Nein-Danke, eine Initiative beim Eine Welt Forum Freiburg, sprach sich Nik Geiler für ein Importstopp von Überseebiomasse aus und regte an, dass wir lernen müssen, mit weniger glücklicher zu werden.

Dieter Seifried für das Freiburger Büro Öquadrat forderte, die Einsparpotenziale zu nutzen und stellte einige wirksame Beispiele vor. Konsequente Energieeinsparmaßnahmen im Wärme- und Strombereich können sich mit einer Rendite von 6-7% durchaus mit anderen Investitionen messen. Den Austausch von energiefressenden Heizungs-Pumpen bieten Energieanbieter in Aktionen als sog. Performance Contracting an.

Zum Abschluss stellte Jörg Lange das Schweizer Modell der 2000Watt-Gesellschaft vor sowie kurz zwei Mikro-BHKWs in Freiburger Passivhäusern und forderte außerdem ein Freiburger Papier zum aktuellen Entwurf der Novellierung des KWK-Gesetzes, dessen teilweise sinnvolle Neuerungen ohne Bürgerappelle wahrscheinlich wieder herausfallen werden.

Nach einem kleinen Empfang im Café Velo aus Anlass des 5-jährigen Jubiläums des Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., Universitäts-u-asta und zahlreichen Partnern sowie einem Mittagessen mit anregenden Gesprächen folgte eine moderierte Publikumsdiskussion mit Rednern des Vormittags, ergänzt um Alexander Sladek von den „Stromrebellen“ EWS Schönau/Schwarzwald.

 

In der Diskussion kristallisierte sich Kraft-Wärme-Kopplung, die auch mit erneuerbaren Energien (Biogas, Holz, EE-Gas) betrieben werden kann, als Schwerpunkt heraus, der auch das abschließende Forum der Vereine und Initiativen bestimmte.

Dieses schloss mit der gemeinsamen Zustimmung der vertretenen Initiativen zum Energiewende- und Klimaschutz-Manifest für die Region Freiburg vom 28.04.2010. Außerdem wurde beschlossen, stärker gemeinsame Interessen auch gemeinsam zu vertreten beispielsweise Richtung Stadt und Landkreise oder bei der Einmischung in Gesetzesinitiativen.

 

Georg Löser(Klimabündnis Freiburg und ECOtrinova) wies die Versammelten darauf hin, dass über allen guten Energiewende-Aktivitäten das Hauptproblem der Region schwebe, nämlich das Atomkraftrisiko u.a. des Atomkraftwerks Fessenheim/Rhein. Das könne weiterhin die Aktivitäten und auch das Leben in der Region beenden. Löser definierte 12 beispielhafte Kampagnen für alle und beschrieb Energie-Autonomie als „Ausgang der Menschen aus der Abhängigkeit von Energie-Konzernen und fernen Energiequellen“.

Veranstalter der EnergieWendeTage waren das Netzwerk EnergieWende-Klimaschutz Regio Freiburg, das Klimabündnis Freiburg und die Träger des Samstags-Forum Regio Freiburg, mehr: u.a. www.ecotrinova .de