Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

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(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2017-01)

Der Wunsch nach Beleuchtung war einst Auslöser für die Elektrifizierung der Haushalte.
Heute liegt ihr Anteil am Stromverbrauch im Haushalt noch bei durchschnittlich neun Prozent. 90 Prozent davon spart schon eine Erneuerung des Leuchtmittels - in Verbindung mit der richtigen Strategie ist noch mehr herauszuholen.
Von Ingo Falk, Energieeffizienz / Beratung und Entwicklung und Kaj Mertens-Stickel, Solar-Bürger-Genossenschaft eG

Am weitesten verbreitet waren bisher Glühlampen, zu denen auch Halogenlampen gehören. Doch sie wandeln nur drei bis sieben Prozent der Energie in sichtbares Licht um, der Rest macht sich direkt in Form von Wärme bemerkbar. Mit Leuchtdioden (LEDs) gelingt es heute am besten, diesen Anteil nicht sichtbaren Lichts zu reduzieren.

Lumen – die abgestrahlte Lichtmenge

Wer nun eine vorhandene Lampe durch ein LED-Leuchtmittel ersetzen möchte, braucht ein Maß, um die Helligkeit der Leuchtmittel zu vergleichen. Dazu wurde der Lichtstrom mit der Einheit Lumen eingeführt, welcher die gesamte sichtbare Lichtleistung der Lampe kennzeichnet. So definiert man den Lichtstrom einer 100 Watt-Glühlampe mit 1521 Lumen. Eine Halogenlampe braucht für die gleiche Lichtmenge etwa 80 Watt und eine LED-Lampe weniger als 17 Watt.
Die Werte für den Lichtstrom durch die jeweilige Lampenleistung dividiert, ergibt die Lichtausbeute in Lumen (lm) pro Watt (W), ein Effizienzkennwert für das Lichtsystem. Typische Kennwerte für Glühlampen liegen demnach zwischen 5 und 15 lm/W, Halogen-Lampen reichen von 12 bis 28 lm/W und marktübliche Haushalts-LED-Lampen können über 130 lm/W erreichen. Ein aktueller Testbericht der Stiftung Warentest ermöglicht einen guten Vergleich üblicher Haushaltslampen auf LED-Basis.

Betriebswirkungsgrad und Lux – was kommt an?

Wieviel des abgegebenen Lichtstroms aber beim Zielobjekt ankommt, hängt von Aufbau und Ausrichtung der Leuchte ab. So erreichen bei einer direkt strahlenden Lampe mehr als 90 Prozent des Lichts ihr Ziel, bei einem Deckenstrahler nur 50-60 Prozent. Eine gute Planung der Beleuchtung kann also nochmal richtig viel rausholen.
Nun haben viele LED-Lampen einen begrenzten Abstrahlwinkel, z.B. 120°. Er beschreibt einen Lichtkegel, an dessen Rändern die Lichtintensität bei der Hälfte des Maximums liegt. Wählt man eine LED-Leuchte, deren Abstrahlwinkel zum Lampenschirm passt, kann auf der angestrahlten Fläche die gleiche Helligkeit, gemessen in Lux, mit geringerer Lumenzahl erreicht werden – ein weiterer Effizienzgewinn.
Für den Zusammenhang zwischen Lumen, Abstrahlwinkel, Abstand und Lux gibt es Rechner im Internet (s.u.).

Kelvin – wie warm darf’s denn sein?

Doch auch die Lichtfarbe will für die jeweilige Wohn- oder Arbeitssituation gut gewählt sein. Auf der Packung der Lampe ist dazu die Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. Je niedriger der Wert, desto stärker der Rotanteil, je höher der Wert, desto mehr macht sich eine Blaufärbung bemerkbar. Dabei werden Farbtemperaturen um 2700 K als „warm-weiß“ bezeichnet, Werte um 4000 K als „neutral-weiß“ und über 5.000 K als „Tageslicht-“ oder „kalt-weiß“. Die Qualität kann dem Farbwiedergabe-Index Ra oder CRI entnommen werden. Er sollte mindestens bei 80 liegen, bei hohen Ansprüchen über 90.

Ein langes Leben

LED-Lampen werben mit ihrer hohen Lebensdauer, der Zeit, in der der Lichtstrom nicht unter 70 Prozent des Anfangswertes abgesunken ist. Doch hohe Temperaturen können diese stark verkürzen. Die über dem Herd angebrachte Birne wird ihr Versprechen also ebenso wenig halten können, wie die in einem geschlossenen Lampenschirm eingesperrte.
Manchmal sind kleine Umbauten erforderlich. Glimmt oder blinkt eine Lampe nach dem Abschalten, kann dies bereits durch Induktion* aus parallel verlaufenden, stromführenden Leitungen herbeigeführt sein oder durch eine Kontrollleuchte am Lichtschalter, wie es bei Badezimmerschaltern üblich ist. Lässt sich der Störstrom nicht abschalten, ist eine Elektro-Fachkraft gefragt, die ihn mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung ableitet. Blinkt die Leuchte dagegen im angeschalteten Zustand, dann liegt das möglicherweise an einem inkompatiblen Vorschaltgerät. Eine Fachkraft kann dies entfernen – was übrigens zusätzlich Strom spart.

Lumenrechner: www.lumenrechner.de/
Aktueller Testbericht: www.test.de/Lampen

*Was ist eigentlich …
Induktion? Um eine stromführende Leitung entsteht ein elektromagnetisches Feld. Liegt der Lampendraht in diesem Feld, kann es darüber zur Induktion, also zur berührungslosen Übertragung der Energie kommen.

 

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-04)

Geräte für Stereo, Hi-Fi und Co. gehören in vielen Haushalten zu den Langläufern, weshalb wir sie hier einmal auf ihre Energieeffizienz hin durchleuchten. / Von Ingo Falk, Energieeffizienz – Beratung – Entwicklung, Freiburg

500 Watt!!!

… so und ähnlich werden Hifi-Anlagen angepriesen. Das allein sagt aber nur etwas über die Belastbarkeit der Boxen aus, nicht über die erreichbare Lautstärke und schon gar nicht über die Effizienz.
Der Schalldruckpegel wird in dB (Dezibel) angegeben und in einem Meter Abstand gemessen, mit Watt (W) ist dagegen die Leistungsaufnahme gemeint und die hat was mit dem Energiebedarf zu tun. Wenn wir wissen wollen, wie laut die Boxen sein können, suchen wir also nach einer Angabe in dB. So entsprechen z.B. 60dB etwa Zimmerlautstärke. 90dB sind für Wohnräume schon sehr laut, und führen auf Dauer mit Sicherheit zu Ärger mit den Mitmenschen.
Die Effizienz bei Lautsprechern erkennen wir am Kennschalldruck. Das ist der Schalldruckpegel bei einem Watt Verstärkerleistung (dB/W), der in einem Meter Abstand gemessen wird. Dabei entspräche ein Kennschalldruck von 112dB/W einem Wirkungsgrad von 100 Prozent. In der Regel liegen die Wirkungsgrade jedoch unter einem Prozent, das sind dann 92dB/W, oft sogar unter 0,1 Prozent oder 82dB/W. Manche Boxen haben also einen zehnmal höheren Energieverbrauch für die gleiche Lautstärke wie andere.

Die Boxen machen was her

Physikalisch bedingt ist es so, dass der Wirkungsgrad zunimmt, wenn die angeregte Membranfläche vergrößert wird. Damit einher geht aber auch das Volumen der Lautsprecherbox, so dass eine effiziente Box von Natur aus große Abmessungen aufweist, während die heute verbreiteten Satelliten-Systeme und Minilautsprecher prinzipiell eine geringere Stromeffizienz besitzen. Ein Kennschalldruck von 90dB/W erfordert je nach Bauart eine Standbox von ca. 50 bis 100 Litern. Diese Größe ist im Wohnbereich gerade noch akzeptabel.
Für den Verstärker wird oft eine mehr als zehnfache Überdimensionierung empfohlen, um Schaden an den Boxen zu vermeiden. Für 90dB-Boxen, die wir im Mietshaus sicher selten an ihre Leistungsgrenze bringen, müsste demnach die Verstärkerleistung bei einem Wirkungsgrad von 0,1 Prozent 100W betragen. Grund genug also, sich mit der Stromeffizienz von Hi-Fi-Verstärkern zu befassen.

Der Verstärker ist smart

Der Wirkungsgrad herkömmlicher analoger Verstärkerschaltungen liegt bei unter 50 Prozent. Im Teillastbetrieb, d.h. bei normaler Zimmerlautstärke, steigt der Verlustanteil um ein Vielfaches, so dass auch beim Leisehören 20W nicht unterschritten werden.
Digitale Verstärkerschaltungen, sogenannte „Class-D-Verstärker“, ermöglichen bei Vollaussteuerung Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent und weisen auch im Teillastbetrieb geringere Verluste auf. Ergänzen wir diesen Verstärker mit einem Schaltnetzteil und regeln darüber die Betriebsspannung und damit die Ausgangsleistung, reduzieren wir die Teillastverluste weiter und haben nun einen sehr robusten, leistungsfähigen und recht kleinen Verstärker. Eine dauerhafte Überdimensionierung ist damit nicht erforderlich.

Nähe bringt‘s

Für die Auswahl der richtigen Kombination von Lautsprechern und Verstärker, sollten wir uns also fragen, wie laut wir hören wollen und wie groß die Wohnung, also die übliche Entfernung zur Box ist. Dann prüfen wir den Wirkungsgrad der Boxen, stimmen den Verstärker optimal darauf ab und regeln diesen über die Spannung. Mögliche jährliche Einsparungen liegen im zweistelligen Euro-Bereich, je nach Hörgewohnheit.
Da der Schalldruck vom Abstand zur Schallquelle abhängt, reduzieren wir übrigens mit Kopfhörern nicht nur die Beschallung der Nachbarn sondern auch den Strombedarf ganz erheblich. Hier landen wir im Milliwattbereich, um das gleiche Hörerlebnis zu erzeugen. D.h. wer wirklich wenig Strom beim Musikhören verbrauchen will, sollte zum Kopfhörer greifen!
Weitere Infos gibt’s bei der kostenfreien Energiesparberatung “Zuhause A+++“ der Stadt Freiburg: www.freiburg.de/zuhause-a-plus sowie den Beratungsangeboten der Verbraucherzentralen: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

 

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-03)

Wenn‘s heiß wird, werden wir kreativ. Wir füllen Sprühflaschen mit Wasser, um uns jederzeit erfrischen zu können, laufen mit nassen Haaren rum, legen uns ein feuchtes Tuch in den Nacken, füllen die Gummistiefel mit Wasser, in die wir die Hosenbeine stecken, um die Waden zu kühlen. Wenn wir Zeit haben oder ortsunabhängig arbeiten können, setzen wir uns in die Dreisam oder unter einen Baum oder fahren mit Pedelec und Bahn in die angenehmeren umliegenden Wälder und Berge.

Keine Chance im ungedämmten Dachgeschoss

Im Büro zerbrechen wir uns den Kopf, ob wir lieber ein bisschen Luftbewegung haben und die warme Luft von draußen rein lassen oder in der (zumindest im ungedämmten Dachgeschoss) letztlich doch ebenso warmen aber stickigen Büroluft überdauern. Mit dem Thermometer prüfen wir die Wirkung der Varianten und stellen fest, dass es da doch eher auf das persönliche Empfinden ankommt. Gleichermaßen schwierig die Entscheidung zwischen Sonnen- und Neonlicht, wenn Verschattung zur Wahl steht. Befindet sich die Verschattung außerhalb des Fensters, sei es durch Rollladen, Sonnenschirm oder Markise, dann bringt die Kombination Verschattung plus geschlossenes Fenster tags und offene Fenster nachts (dann mit geöffnetem Rollladen, damit was reinkommt) sehr viel in Bezug auf die Klimatisierung, sofern dem nicht sicherheitstechnische Überlegungen im Wege stehen. Ist dann tagsüber tatsächlich etwas Beleuchtung erforderlich und diese durch LEDs gelöst, so ist diese Lösung einer Ventilation oder elektrischen Klimatisierung dennoch weit überlegen. Entscheiden wir uns doch für den Ventilator, nehmen wir uns wieder mal vor, ihn an ein kleines mobiles Solarpanel anzuschließen, das wir noch vom Campingurlaub im Keller haben. Insbesondere im kühlen Keller sollten übrigens die Fenster an heißen Tagen tagsüber geschlossen bleiben: Die warme Luft von draußen bringt mehr Feuchtigkeit mit sich, als die kühlere Kellerluft aufnehmen kann. Gleichzeitig erhalten wir uns so einen kühlen Rückzugsort.

Grillen, Urlaub, Sommerfrische

Wenn andere grillen, packen wir den Solarkocher aus und hoffen auf Sonne. Bleibt die aus, kann ein geschlossener Gasgrill die Freude am Grillen effizient und schadstoffarm erhöhen. Das Schöne am gemeinsamen Grillen ist ja immerhin, dass das Equipment im Freundeskreis nur einmal vorhanden sein muss. Aber auch das, was auf dem Grill liegt, kann das Klima schonen – von leckeren Gemüsespießen über Tofuwürstchen und gefüllte Champignons sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ansonsten essen wir jetzt sowieso viel lieber Salate und andere kalte Gerichte.

Zuhause ist der Wäschetrockner nun endgültig überflüssig, auf der Leine geht‘s im Sommer sogar schneller als mit Strom. Das erlaubt uns umso mehr, die durchgeschwitzten Shirts bei Bedarf kalt auszuspülen und trocknen zu lassen, so dass wir sie am nächsten Tag wieder anziehen können.

Während des Urlaubs schalten wir den Kühlschrank aus. Ein paar Kleinigkeiten überdauern bei Freunden oder Nachbarn. Ist nur ein Teil der Familie ausgeflogen, füllen wir den überflüssigen Kühlraum mit Zeitung, einem Topf mit Wasser oder leeren Tupperdosen, so dass möglichst wenig neue Luft nach jedem Öffnen gekühlt werden muss. Gut organisiert benötigen wir nur minimale Öffnungszeiten für die Kühlschranktür. Natürlich prüfen wir bei längerer Abwesenheit besonders genau, ob alle Standby-Geräte vom Strom getrennt sind.

Sommercheck fürs Fahrrad

Faszinierend ist immer wieder der Heizeffekt im besonnten Auto. Bevor eine Klimaanlage dagegen ankämpfen muss, suchen wir doch lieber Alternativen.

Die Fortbewegung per Fahrrad kann im Sommer dem einen oder der anderen allerdings zur Quälerei werden. Umso wichtiger, alle Maßnahmen zu ergreifen, die das Rad leichtgängig machen. Die drei einfachsten und effizientesten sind die perfekte Sattelhöhe, so dass das Bein durchgestreckt werden kann, eine gut geölte Kette sowie die je nach Reifendicke zwischen drei und fünf bar prallen Reifen (je dicker der Reifen, desto geringer der Druck).

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-02)

Weniger waschen

Einer der größten Energiefresser im Haushalt ist der Wäschetrockner. Aber spart er wirklich so viel Zeit? Natürlich ist das auch abhängig von Art und Menge der aufkommenden Wäsche. Beginnen wir also hier: Warum landet eine Hose oder ein Oberhemd manchmal schon nach einem bis zwei Tagen in der Wäsche, selbst wenn sie weder verschmutzt noch verschwitzt sind? Aber sie haben vielleicht ausgebeulte Knie und Ellenbogen, sind an anderen Stellen verdrückt und voller Falten, vielleicht auch ausgeleiert und sitzen nicht mehr gut, als wären sie schon tagelang getragen worden. Hier hilft es, die Klamotten abends mit der kalten Dusche leicht anzusprühen. Bis zum nächsten Morgen ziehen sich die meisten Stoffe wieder glatt und sehen aus wie neu. Was länger trocknet oder mal durchgelüftet werden muss, wird einfach im Wechsel mit einer zweiten Garnitur getragen. Auch was schon nach dem ersten Tag etwas verschwitzt ist, lässt sich bei vielen Stoffen einfach kalt ausspülen. So kann man es mehrere Tage tragen, auch wenn man in einem Büro arbeitet, wo es eher adrett zugeht. Ist ein Malheur passiert und auf einem frischen T-Shirt ein Fleck gelandet, dann ist dies schnell mit etwas Gallseife behoben und ausgespült und am nächsten Morgen schon wieder tragbar. Sogar Sportklamotten sind je nach Verschwitzungsgrad mit einem kurzen Kaltwasserbad ausreichend aufgefrischt und trocknen wegen ihrer Machart schnell wieder. Mit kleinen Umgewöhnungen dieser Art haben wir sehr einfach die eine oder andere Wäsche eingespart. Das schont auch die Kleidung! Gleichzeitig haben wir den Bügelaufwand wesentlich reduziert.

Bügelfrei fürs Klima

Ja, es gibt Leute, die bügeln noch. Hier ist doch dringend mal ein Kulturwandel in manchen Bürohäusern angesagt. Tatsächlich gibt es zum Beispiel bei Banken und Versicherungen die Konvention, dass alle MitarbeiterInnen in Hemd und Anzug zur Arbeit erscheinen – obwohl die allermeisten keinen Kundenkontakt haben. Wie wäre es, hier auf einen etwas legereren und damit bügelfreien Dresscode umzuschwenken? Wer damit beginnt, kann sich ja einen Button anstecken und damit auch die KollegInnen zum Umdenken bewegen: „Bügelfrei fürs Klima!“. buegelnneindanke

T-Shirts und Hemden werden dann mit einem Glättegrad anerkannt, der durch feucht Aufhängen erreichbar ist. Vieles zieht sich auch beim Tragen glatt. Zugegeben: Für diejenigen, die aus Leidenschaft bügeln, wird‘s hart.

Zeit- und platzoptimiert waschen

Wenn nun aber doch mal eine Wäsche anfällt, hängen wir so viel wie möglich auf Bügel, zupfen den Stoff diagonal zur Struktur ein wenig glatt und hängen die Sachen nach dem Trocknen einfach mit dem Bügel in den Schrank. Die Höhe des Wäscheständers nutzen wir optimal aus, damit alles möglichst guten Luftkontakt hat. Leider gibt es bei uns kaum überdachte Wäscheleinen im Freien oder große Trockenräume in Mehrfamilienhäusern. In Südbaden regnet es aber so wenig, dass viele Sachen im Sommer in einer bis zwei Stunden trocken sind und an schönen Wintertagen mit Sonne und Wind in einem Tag. Auch Wäscheleinen über der Badewanne haben sich bewährt. Beim Trocknen in der Wohnung muss im Winter besonders gut auf systematisches Lüften geachtet werden.

Die Wäsche würde 30°C wählen

Das Warmwasser beim Waschen wird in der Regel elektrisch erzeugt und damit bei unserem heutigen Stromsystem mit fast dreifach so hohem Ressourcen- und CO2-Aufwand wie nötig. Durch Reduktion des Stromverbrauchs können wir dazu beitragen, dass Kohlekraftwerke immer überflüssiger werden. Stromsparen hilft also auch, wenn wir schon Ökostrombezieher sind. Darum ist es gut, wenn wir die Waschmaschine ans Warmwasser anschließen können und dieses nicht elektrisch erzeugt wird. Wie das geht, ist unter Energieverbraucher.de beschrieben:
http://www.energieverbraucher.de/de/waschmaschinen-ans-warmwasser__1662/

Auch niedrige Waschtemperaturen schonen deutlich die Kleidung und lassen ihre Farben länger brillant erscheinen. Ist die Wäsche nach dem Waschen oft muffig, sollte man die Wasserrückstände in den Gummilippen der Tür nach dem Waschen immer entfernen und das Fusselsieb überprüfen, außerdem die Wäsche nicht zu lange nach dem Waschen in der Maschine und die unbenutzte Maschine offen lassen. Gelegentliches Durchspülen der Maschine im Kochwäschemodus kann erforderlich werden, wenn man fast nur bei 30°C wäscht.

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-01)

Die digitale Kommunikation bietet jede Menge Chancen, Energie zu sparen. Wöchentlich zwei Tage im Homeoffice, Seminare online besuchen und öfter mal eine Videokonferenz, statt rastlos um die Welt zu jetten, schont nicht nur das Klima.

Allzeit bereit?

Doch viele Geräte stehen laufend unter Strom. Oft hilft nur: den Stecker ziehen oder eine abschaltbare Steckerleiste nutzen. Letztere bietet zusätzlich den Vorteil, dass wir mit einem Schalter alle Geräte gleichzeitig abschalten, die nur gemeinsam genutzt werden. Für die Pause können Notebooks und manche Computer in den Ruhezustand (Hibernate-Modus) versetzt werden. Damit speichern sie die letzten Einstellungen und brauchen - im Gegensatz zum Standby-Modus – trotzdem keinen Strom mehr (unter Systemsteuerung - Energieoptionen den Ruhezustand aktivieren).

Zeit ist Strom - ist CO2

Klar: je länger ein Gerät läuft, desto mehr Strom verbraucht es. Im Standby verbrauchen viele Geräte nur 1 Watt, andere, wie Router, aber auch bis zu 20 Watt. Werden sie nie vom Strom getrennt, muss man sie mit der Jahresstundenzahl von 8.760 multiplizieren, um auf den Verbrauch zu kommen: zwischen 8,76 und 175 kWh oder mehr verbrauchen also einzelne Geräte im Jahr - selbst die, die wir nur selten nutzen. Zwei Computer, eine Kaffeemaschine, ein Fernseher, ein Router und die Telefonstation zusammen können also schon eine jährliche Grundbelastung von 500 kWh bzw. 300 kg CO2 bedeuten.
Aber brauchen wir PC, Bildschirm, Drucker und LAN-Verteiler, wenn wir schlafen, essen oder unterwegs sind?

Digitaler Postbote

Das Lieblingsvideo ist schnell angeklickt und in sozialen Medien geteilt. Jeder Teilnehmer empfängt es, ob er will oder nicht. An den E-Mail-Verteiler senden wir eine Weihnachtspostkarte und gleich noch eine Datei mit aktuellen Infos.
Jedes Byte, das wir versenden oder herunterladen, muss auch transportiert werden. Eine Verlinkung auf eine online verfügbare Datei bietet den Empfängern denselben Service, aber wer sie nicht anklickt, dem wird sie auch nicht zugestellt. Dafür gibt es Dienste wie Filelink oder YouSendIt. Grundsätzlich will Datei-Up- und -Download sowie Dateiversand gut überlegt sein. Muss das Bild die hohe Auflösung haben? Kostenlose Bildbearbeitungsprogramme wie IrfanView helfen, mit wenigen Klicks die Auflösung zu verringern. Muss ich mein Lieblings-Video immer wieder online schauen, oder lade ich es mir lieber mal herunter? Mit kostenlosen Video-Download-Programmen geht das sehr einfach.

Grünes Hosting: auf Nachhaltigkeit achten

Rechenzentren laufen rund um die Uhr, müssen gekühlt werden und stellen zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Leistung zur Verfügung. Dafür ist laufend eine Stromversorgung in der Größenordnung von drei Atomkraftwerken allein in Deutschland erforderlich. Immer mehr Internetprovider optimieren ihre Rechenzentren durch virtuelle Server, Nutzung der Abwärme, Bezug von Strom aus Erneuerbaren Energien und Spenden für Aufforstungsprojekte. Sie erstellen Nachhaltigkeitsberichte, in denen die Maßnahmen nachgelesen werden können.

Vielfraß Betriebssystem

Welche Software ist die richtige für mich? Das geht schon beim Betriebssystem los. Systeme, die Funktionen bereithalten, die wir nie nutzen, benötigen mehr Leistung und Arbeitsspeicher und zwingen uns zur Hardwareaufrüstung, lange bevor die bessere Effizienz neuer Geräte den Ressourcen- und Energieverbrauch ihrer Herstellung kompensieren kann. Auch das bestehende System verträgt hin und wieder eine Schlankheitskur. Unnötige Prozesse im Hintergrund ziehen zusätzlich Leistung und verlangsamen die Arbeit. Kostenlose Programme wie CCleaner, identifizieren solche Prozesse und machen schnell wieder klar Schiff. Die Voreinstellungen wollen jedoch gut geprüft sein: das Programm bietet auch eine Komplettlöschung des Datenträgers an.

Analog ist Trumpf

Es geht auch ganz ohne Strom: Uhren, Wetterstationen oder Waagen müssen nicht digital sein. Mechanische Geräte fallen nicht aus und vermeiden Elektroschrott. Da sie lange haltbar sind, kann man sie getrost gebraucht kaufen.

Weitere Infos:
http://ecotrinova.de/downloads/151121_Sondermann_Vortrag_web.pdf

http://www.oeko.de/fileadmin/e-paper/2014/ecoatwork_04_2014.pdf

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2015-04)

Mehrere Bewohner in einer Wohnung – da können die Bedürfnisse schon mal stark voneinander abweichen. Nicht nur im Altbau, sondern auch im energieeffizienten Neubau ist daher eine moderate Wohnraumtemperatur, die es allen erlaubt, jahreszeitengemäß gekleidet zu sein, eine gute Lösung. Ein Lieblingspulli kann helfen, die kalten Tage mit Vorfreude zu erwarten. Vielleicht wäre das ein tolles Weihnachtsgeschenk? Und da hätten wir gleich noch eine Idee: Analoge Wetterstationen zeigen laufend und objektiv Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte an. Das hilft, das richtige Maß für Heizung und Lüftung zu finden.

Warum überhaupt lüften?

Die Luftfeuchte sollte zwischen 35 und 65 Prozent liegen. Darunter ist es unangenehm bis belastend für die Atemwege und die Haut, darüber riskant für die Schimmelentwicklung an den Außenwänden. Wo kein automatisches Lüftungssystem installiert ist, ist Lüften also immer dann angesagt, wenn diese Grenzen überschritten sind. Wie man beim Kochen, Waschen oder Duschen ganz entspannt die Dampfentwicklung reduziert, haben wir in den vorigen Ausgaben teilweise schon angesprochen. Je weniger Dampf erzeugt wird, desto weniger muss gelüftet - und somit geheizt werden.
Natürlich braucht es sowieso immer mal frische Luft, um den CO2-Anteil in der Luft und andere Stoffe zu verdünnen, die aus der Einrichtung, den Ausdünstungen der Bewohner, durchs Kochen und durch die Verwendung von Reinigungsmitteln etc. in die Luft geraten. Ganz aufs Lüften verzichten kann man also auch bei sehr reduzierter Dampfentwicklung nicht. Wo Feuer zum Kochen oder Heizen zum Einsatz kommt, ist eine gezielte Luftzufuhr natürlich unabdingbar, da Feuer Sauerstoff verbraucht.

Feuchte Luft ist relativ

Bringt Lüften was, wenn es draußen neblig ist oder sogar regnet? Ja, denn kalte Luft kann weniger Wasser speichern, als warme Luft. Wenn es draußen 5°C sind und regnet, also 100% relative Luftfeuchte hat, dann hat diese Luft nach dem Erwärmen auf 19°C Zimmertemperatur eine Luftfeuchte von nicht einmal mehr 40% (wenn man die Zimmerluft komplett austauschen würde).
Wie am effizientesten gelüftet wird, ist bekannt: die Luft austauschen, aber nicht die Wände abkühlen lassen. Das heißt: wenn irgend möglich, wenige Minuten auf Durchzug stellen. Manuelle Heizungsthermostate werden solange heruntergedreht. Längere Zeit gekippte Fenster erreichen das Gegenteil: wenig Luft wird ausgetauscht und der Raum kühlt aus, insbesondere die Wände um die Fensteröffnung werden kalt, so dass die daran entlangstreifende Raumluft dort kondensieren kann.
Abends vor dem Schlafengehen, wenn die Heizung sowieso auf Nachtabsenkung gestellt wird und morgens, bevor sie warm wird, fünf Minuten Türen und Fenster auf Durchzug zu stellen, reduziert den Wärmeverlust. In der Nacht helfen geschlossene Fensterläden, die Kälte abzuhalten.

Heizung abregeln oder nicht?

Viel diskutiert wird die Frage, ob es Energie spart oder verschwendet, wenn die Heizung während einer Abwesenheit heruntergedreht wird. Letztlich ist das von der Dauer der Reduzierung und von den Temperaturunterschieden abhängig. Und dann wieder von der Speicherfähigkeit des Gebäudes - und sogar vom Wetter während der Aufheizphase. Weil dies so komplex ist und der potenzielle Schaden größer als der Nutzen, wird das vollständige Abregeln meist nicht empfohlen, insbesondere nicht in den kältesten Tagen des Jahres und auch nicht, wenn es beheizte Nachbarwohnungen gibt. Und insbesondere nicht in Gebäuden, in denen Feuchtigkeit im Gemäuer auftritt oder Wärmebrücken vorhanden sind oder die verschattet stehen. Also die Sonne reinlassen, wo immer es geht! Während des Winterurlaubs am besten die Fensterläden auf der Südseite offen lassen, wenn die Temperatur heruntergeregelt wird.

Behaglichkeit ist nicht nur eine Frage der Raumtemperatur

Die Wohlfühltemperatur hängt übrigens nicht nur von der messbaren Temperatur ab, sondern auch von Luftfeuchte und Luftbewegung, die durch die Heizungsluft oder Zug entsteht, den Temperaturunterschieden im Raum, z.B. durch die Abstrahlung von kalten Oberflächen, der Kleidung, der eigenen momentanen Kondition usw. Abdichten der Zugluftritzen, gute Kleidung und Joga können mehr zur Behaglichkeit beitragen als Hochheizen.

Energiespartipps zum Heizen und Lüften: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/themen/gesundes_klima.html

 

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2015-03)

Ganz CO2-frei geht‘s wohl nicht: Schon allein das Kaltwasser wird mit elektrischen Pumpen befördert. Wer aber für das Klima kalt duscht, ist definitiv ein Held. Leider hat nicht jeder Mensch das Zeug zum Helden oder zur Heldin– und damit wird die morgendliche kalte Dusche sicher keinen breiten Einzug in unsere Kultur finden. Doch eine klimaschonende Körperpflege ist auch gut fürs Wohnklima und spart gleichzeitig Zeit und Energie. Gewöhnen wir uns doch an, den Mischhebel am Wasserhahn nach jeder Benutzung ganz nach rechts, auf die kalte Seite zu drehen. Dann nutzen wir nur dann warmes Wasser, wenn wir es bewusst haben möchten. Denn wie häufig am Tag spülen wir uns nur kurz die Hände ab, ohne auf das warme Wasser zu warten?

Renaissance der Waschlappen

Bei der morgendlichen Wäsche sind die Bedürfnisse natürlich sehr unterschiedlich. Machen wir uns einmal bewusst, warum wir morgens duschen, zeigt sich aber, dass es nur wenige Stellen sind, auf die es wirklich täglich ankommt. Beispielsweise unter den Armen: Wer einen Waschlappen besitzt, kann sich hier sehr angenehm einseifen, abwaschen, fertig. Das geht mit erstaunlich kühlem Wasser – für die, die jetzt Ehrgeiz entwickeln. Als Ergänzung dazu wäre noch ein Bidet sehr praktisch, doch das hat nicht jedeR. Aber vielleicht findet sich dennoch eine Möglichkeit, die Dusche ersatzweise gezielt einzusetzen.

Warmduschen angesagt

Soll es doch eine Volldusche sein, haben wir immer noch drei Parameter, um den Warmwasserverbrauch zu senken: Zeit, Druck und Temperatur. Wir drehen also nicht voll auf, machen nur dann an, wenn wir fließend Wasser brauchen und duschen mit einer angenehm erfrischenden lauwarmen Temperatur. Wer einen Haupthahn im Bad hat, kann den warmen und kalten Zufluss so vorregeln, dass der Mischhebel an der Dusche trotzdem voll aufgedreht werden kann, was die Bedienung erleichtert. Wenn wir einen Warmwasserzähler in der Wohnung haben, schauen wir einmal, was wir für einen Warmwasserverbrauch pro Duschgang haben. Dann treten wir mit uns selbst in den Wettbewerb und versuchen, den Verbrauch jedes Mal ein wenig zu verringern. Haben wir keinen Zähler, dann setzen wir uns das ehrgeizige Ziel, nach dem Duschen keinen Niederschlag am Spiegel oder fast keinen am Fenster zu finden.

Was können wir sparen?

Zehn Liter Warmwasser pro Duschgang einzusparen, ist – je nachdem, wie vorher geduscht wurde – oft kein Problem. Das entspricht je nach eingestellter Warmwasser-Temperatur etwa 1,3 Kilowattstunden. Nun kommt es noch darauf an, wie oft wir pro Jahr duschen und ob wir diese Häufigkeit auch reduzieren, indem wir öfter den Waschlappen einsetzen (bzw. mehrere Waschlappen im Wechsel, damit einer immer trocknen kann!). Bei 150 Duschgängen pro Jahr beispielsweise sind das fast 200 Kilowattstunden. Das entspricht fast 50 Kilo CO2 pro Person bei der Verwendung von Gas, das Doppelte bei elektrischer Wassererwärmung. Pro Person können in diesem Fall über 20 Euro pro Jahr eingespart werden. Ob das Duschen zu mehreren beim Sparen hilft, ist nicht erwiesen, kurz nacheinander duschen natürlich schon, weil ja der Vorlauf eingespart wird.

Ganz nebenbei …

Beim Abtrocknen wischen wir die paar Tropfen Wasser auf den Armaturen nebenbei mit dem Handtuch ab, das Wasser an den Kacheln mit dem Wasserschieber und sparen uns viel Putzzeit. Auch das Gemäuer wird durch die geringere Dampfentwicklung geschont, Schimmel vermieden und die Gesundheit gesichert. Es muss weniger gelüftet werden und so sparen wir auch gleich noch Heizungswärme. Was will man mehr?

Gerubbelt, nicht geföhnt

Nun sind die Haare nass. Bevor aber der Föhn zum Einsatz kommt, drücken wir so viel Wasser aus den Haaren wie möglich. Bei langen Haaren schlagen wir dann mit dem eingedrehten Handtuch weiteres Wasser aus, kurze werden einfach möglichst lange gerubbelt. Zwischendurch mal Durchbürsten hilft und spart das Föhnen vielleicht sogar ganz.

Weitere Infos bietet der Bund der Energieverbraucher:
http://www.energieverbraucher.de/de/Duschen__1519/

Viele Ratgeber zum Energiesparen drängen uns, entweder neue effizientere Geräte zu kaufen oder zusätzliche Geräte, mit denen wir den Verbrauch reduzieren oder überwachen können. Das kann alles sinnvoll sein, steht uns aber nicht immer sofort zur Verfügung. Häufig können wir durch kleine Änderungen unserer Gewohnheiten auch schon eine ganze Menge erreichen – und überraschend oft mit positiven Effekten, die über den Klimabeitrag hinausgehen.
Wenn Sie auch schon solche Erfahrungen gemacht haben, schreiben Sie uns!

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2015-2)

Was ist eigentlich Energieeffizienz? Wir Frauen haben da einen guten Indikator: je weniger der Busen beim Joggen hüpft, desto effizienter laufen wir. Schade, wird sich mancher Zeitgenosse sagen. Stimmt: Nicht immer ist Energieeffizienz sexy. Aber wir wollen ja nicht zum Mond, sondern zum Ziel. Die vertikale Bewegung brauchen wir dazu eigentlich nicht. Genauso ist es bei der Stromerzeugung. Konventionelle Kraftwerke erzeugen mehr Wärme als Strom, obwohl sie die Wärme meist nicht nutzbar machen können. Das ist ineffizient. Darum wollen wir so wenig Strom wie möglich verbrauchen. In unserer neuen Kolumne möchten wir Ihre Tricks verarbeiten: Wo haben Sie in Ihrem Alltag eine unkonventionelle Lösung gefunden, die über das hinausgeht, was uns Energiesparberater beibringen und möglicherweise breitentauglich ist? Schreiben Sie uns!

Wer noch einen klassischen Elektroherd nutzt, weiß sicher, wie verschwenderisch das ist. Mit ineffizient erzeugtem Strom erhitzen wir zuerst die Herdplatte und den Topf, bevor das Essen dran ist. Induktionsherde und Mikrowellengeräte reduzieren immerhin diesen Zusatzaufwand und Gasherde verbrauchen gar keinen Strom. Aber nicht jeder hat die Wahl. Viele ahnen gar nicht, wie lässig Kochen sein kann, wenn man sich die erhitzte Kochplatte zunutze macht – und dass es auch dabei auch noch jede Menge Spielraum gibt beim Energiesparen!

Meist haben diese Herde vier gusseiserne Kochplatten: eine kleine mit 1.000 Watt (W), eine kleine mit rotem Punkt und einer Leistung von 1.500 W, genauso viel wie die größere Platte ohne roten Punkt. Die große Platte mit Punkt hat dann 2.000 W.

Die bittere Wahrheit: Mein Herd ist dumm

Das heißt, wenn man diese 2.000-W-Platte auf höchster Stufe eine Stunde voll anlassen würde, würde sie 2 Kilowattstunden (kWh) verbrauchen, so viel wie 20 herkömmliche 100-W-Glühbirnen in der gleichen Zeit. Und zwar unabhängig davon, ob ein Topf mit Deckel drauf darauf steht oder ohne. Deckel drauf hilft bei solchen Herden, die gewöhnlich nicht thermostatgeregelt sind, also nur, wenn man dann auch herunterschaltet.

Der Spaß beginnt da, wo die Platten ganz aus sind. Sie sind nämlich noch sehr lange heiß. Darum kann man die meisten Gemüse, sowie Eier, Reis und Nudeln und auch viele Linsenarten bei ausgeschalteter Platte garen. Im Grunde alles, was innerhalb von 30 Minuten gar ist. Wir erhitzen also das kleingeschnittene Gemüse mit etwas Wasser und Öl und dem Deckel drauf, bis es kocht und schalten direkt die Platte aus. Wer jetzt noch anderes zu tun hat, muss sich keine Sorgen machen: Nach 20 Minuten ist das Essen fertig. Brauchen wir länger, passiert nichts Schlimmes, denn gar so schnell wird das Essen nicht kalt. Und vergessen kann man das Ausschalten auch nicht mehr.

Sehr cool ist auch dies: Wir setzen Spaghetti oder weißen Reis auf, heizen sie bei geschlossenem Deckel auf (Spaghetti mit der Gabel anfangs auflockern), schalten aber schon kurz vor dem sprudelnden Kochen die Platte aus. Mit etwas Erfahrung (und etwas Spielraum im Topf) ist die Beilage nach der angegebenen Garzeit fertig, ohne dass das Wasser übergekocht ist.

Probieren geht über studieren

Es hängt von der Wassermenge und der Topfform ab, wie gut sich die Hitze im Topf verteilt. Logisch: je weniger Wasser, desto weniger Energiebedarf, um dieses zu erhitzen. Gleichzeitig steigt aber das Risiko, dass die oberen Lagen nicht genug Dampf bekommen. Auf das richtige Verhältnis kommt´s also an. Das Aroma gewinnt jedenfalls durch sparsamen Wassereinsatz. Da es manchen Gemüsen gut tut und andere dagegen ungenießbar sind, wenn sie "al dente" sind, kann man durch die richtige Reihenfolge bei der Schichtung auch noch was rausholen.

Was sparen wir? Das hängt natürlich davon ab, wie wir vorher gekocht haben. Sagen wir, wir hätten das Gemüse vorher zunächst auf Stufe 6 zum Kochen gebracht und dann 20 Minuten lang auf 2 sprudelnd gekocht und dies wären zusammen ca. 180 Wh. 55 Wh davon können wir nun täglich pro Beilage einsparen, denn das Sprudeln ist gar nicht nötig zum Garen.

Ein Highlight gibt es noch: Wer energiesparend und dann auch noch für viele kocht, stellt alles andere in den Schatten. Also öfter mal mit Freunden zum Essen treffen!

Wir alle haben unsere eigenen Kochgewohnheiten und Lieblingsgerichte. Manchmal wissen wir aber gar nicht so genau, warum wir etwas so machen und nicht anders. Mit etwas Spaß am Experiment ergeben sich vielleicht ein paar überraschende Erkenntnisse darüber, wie lecker einfaches, energie- und zeitsparendes Kochen sein kann!

Weitere Infos gibt es hier:
http://www.hausgeraete-plus.de/kochen-und-backen/energieeffizient-kochen
http://www.energiesparende-geraete.de/magazin/energiesparend-kochen-und-backen/
http://www.energiesparentipps.de/kochen-backen.html

BürgerÖkogas mit nachhaltigem Biogas aus Reststoffen

Unser BürgerÖkogas besteht wahlweise aus 5, 10 oder 100 % Biogas. Das Biogas wird vollständig aus organischen Reststoffen bei der Verarbeitung von Zuckerrüben gewonnen. In der Zuckerrübenfabrik Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) werden die im Herbst geernteten Zuckerrüben zerkleinert und der Zucker extrahiert. Die übrigen Rübenkleinteile werden direkt vor Ort eingelagert und über das Jahr verteilt in einer Biogasanlage verwertet. Dieses Biogas wird in das Gasnetz eingespeist, an das jeder Haushalt mit Gasanschluss angeschlossen ist.

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Unser starker Partner für Ihre sichere Versorgung: Die Bürgerwerke

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Damit wir Ihre sichere Stromversorgung garantieren können, haben wir uns mit über 90 Energie-Genossenschaften aus ganz Deutschland zu den Bürgerwerken zusammengeschlossen.

Die Bürgerwerke sind ein unabhängiger Zusammenschluss von mehr als 15.000 Menschen, die die Energiewende voranbringen. Gemeinsam haben wir einen Energieversorger aufgebaut, der nur uns Bürgern gehört. Unser Ziel: Bürgerenergie zur zentralen Säule einer erneuerbaren, regionalen und unabhängigen Energieversorgung machen. Durch den Bezug von Bürgerstrom und BürgerÖkogas unterstützen Sie die Umsetzung dieser Vision.

2019 Bewertungssiegel Buergerwerke Web klein 

Die Bürgerwerke setzen auf persönlichen Kundenservice, der sich zuverlässig um Ihre Fragen und Anliegen kümmert. Dies zeigt sich auch an den zufriedenen Bewertungen auf dem unabhängigen Portal „ausgezeichnet.org“.

 

 

Sie haben Fragen zum Wechsel? Wir helfen weiter!

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder melden Sie sich telefonisch bei unserem Kundenservice unter 06221 3928920 (Mo bis Fr, 8:30 bis 17:30 Uhr). Wir sind gerne persönlich für Sie da. Antworten auf häufige Fragen zum BürgerÖkogas und den Bürgerwerken finden Sie auch auf der Webseite der Bürgerwerke.

Machen Sie mit und werden Sie Teil der wachsenden Bürgerenergie-Bewegung: Wechseln Sie zu BürgerÖkogas und unterstützen Sie so die Energiewende in unserer Region!
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6 Energiebuerger der Buergerwerke

Erste Schüler-Solar-Genossenschaft gegründet

Am 8. Mai 2018 war es endlich soweit: Die Schüler der 11. Klasse am Gymnasium des Freiburger Montessori-Zentrums Angell hatten zur Gründungsversammlung der SolA(r)ngell eingeladen – der ersten Schüler-Solar-Genossenschaft überhaupt in Deutschland, in der die Schüler eine eigene und reale PV-Anlage planen, umsetzen und langfristig in der Organisationsform einer Genossenschaft betreiben.

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„Wir möchten vor allem zeigen, wie einfach es ist, seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten: Wir sind hier neun Schüler und Schülerinnen und gründen gerade eine Energiegenossenschaft, die Solaranlagen installieren und betreiben wird! Das zeigt doch: Jeder kann so etwas initiieren oder sich über eine Genossenschaft daran beteiligen“, beschreibt Lukas Dietsche in seinem Vortrag während der Gründungsversammlung die Motivation der Elftklässler.

Ein Semester lang haben die Jugendlichen wirtschaftliche und rechtliche Aspekte sowohl in Bezug auf den Betrieb von Solarstromanlagen als auch in Bezug auf das Genossenschaftswesen studiert. Gleichzeitig suchten sie nach Dächern und nahmen dafür Kontakte zu Gewerbebetrieben auf. Anhand einer frisch installierten Solaranlage der Freiburger Solar-Bürger-Genossenschaft eG konnten sie anschaulich die Funktionsweise und die Komponenten einer solchen Anlage kennenlernen. Der Seminarkurs Nachhaltiges Wirtschaften, der vom Unternehmensgrün e.V. durchgeführt wurde, konnte thematisch perfekt eingegliedert werden. Mit all diesem Rüstzeug erstellten sie schließlich den für die Gründung und Anmeldung zum Genossenschaftsverband erforderlichen Businessplan. Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist beim Gründungsteam in besten Händen. So gibt es bereits auf dem YouTube-Kanal „SolA-r-ngell Genossenschaft“ ein erstes Info-Video.

gruendungsvorstand scolargeno

Übernehmen Verantwortung: Flóra Dreher und Lukas Mert Ditsche

Idee und Konzept

Der fesa e.V. mit Felix Hollerbach als Projektleiter Klimaschutzpädagogik und die Solar-Bürger-Genossenschaft eG mit Burghard Flieger als Genossenschaftsexperte riefen das Projekt im vergangenen Herbst gemeinsam mit der Montessori-Schule ins Leben. Die Idee passt zum Montessori-Zentrum Angell wie die Solaranlage aufs Dach: Umwelt- und Klimaschutz sowie Energiewende gehören hier schon lange zum Schulalltag, erläutert die Projektbetreuerin Sabrina Swifka-Kovács. Über Projekte, Aktionen und Unterrichtseinheiten zu Klimawandel und Energiesparen gibt es für die Schüler viele spannende Möglichkeiten, sich mit dem Themenkomplex aktiv auseinanderzusetzen. Mit der Gründung einer Energiegenossenschaft fügen sich nun die Themen Nachhaltigkeit und modernes soziales und gemeinschaftliches Wirtschaften für die JungunternehmerInnen zusammen.

Ganz einfach ist es allerdings für Jugendliche nicht, ein handlungsfähiges Unternehmen auf die Beine zu stellen. Noch minderjährig, können sie nicht eigenverantwortlich Verträge unterzeichnen und daher kaum unternehmerisch tätig sein. Hinzu kommt, dass die GründerInnen vielleicht bald in alle Winde verstreut sein werden. Burghard Flieger entwickelte zusammen mit dem PkmG* daher das Konzept einer Kooperation zwischen Schülergenossenschaft und einer Partnergenossenschaft, hier der Solar-Bürger-Genossenschaft eG, das die Schüler von Haftungsrisiken entlastet und einen langfristigen Betrieb der Anlagen sichert. Ein Anlagenpachtvertrag überträgt der Schülergenossenschaft die Rechte zur Verwaltung, zum Betrieb und an den Erträgen der Anlage. Die Schüler sammeln Eigenkapital über Mitgliedschaften und geben der Partnergenossenschaft ein Darlehen, um die PV-Anlage zu kaufen. Die Erlöse aus der Anlage gehen an die Schüler, die daraus ihre Aufwendungen finanzieren. So sind sowohl die Partnergenossenschaft als auch die Jugendlichen rechtlich abgesichert.

Gleichzeitig liegen alle Möglichkeiten der genossenschaftlichen Organisation und die Entscheidungshoheit bei den Schülern, ebenso wie die Verantwortung für den laufenden Betrieb. Sie werden sich um das Monitoring und die Instandhaltung der PV-Anlage kümmern – selbstverständlich immer mit enger Unterstützung der Partnergenossenschaft. Die Partnergenossenschaft kann die Anlage unkompliziert übernehmen, sollte die Schülergenossenschaft einmal nicht mehr bestehen.

Über monatliche Treffen bleiben fesa und Solar-Bürger-Genossenschaft als Berater und Gremienmitglieder in der Schülergenossenschaft aktiv und können bei Problemen weiterhelfen, ebenso wie Vertreter der Elternschaft und des Kollegiums der Schule. Im Idealfall projektieren die nachfolgenden Schülergenerationen weitere Solaranlagen, so dass sich eine lebendige dauerhafte Schülergenossenschaft an der Schule etabliert.

projektteam scolargeno

Wollen Zeichen setzen: das Projektteam (vlnr: Sabrina Swifka-Kovács, Burghard Flieger, Lukas Dietsche, Nua Huber, Flóra Dreher, Leo Heinze, Anna Josefski, Tim Binder, Julius Köpfer, Alexander Komorov, Silas Erdmann, Felix Hollerbach)

Sonne sucht Dach

Nachdem die Genossenschaft nun ihre Gründungsversammlung erfolgreich abgehalten hat, ist sie als SolA(r)ngell eG i.G. (in Gründung) handlungsfähig. Viele Dächer in Freiburg sind noch ungenutzt und kommen für eine Solaranlage in Frage. Wo der Stromverbrauch vor allem tagsüber stattfindet, wie in gewerblichen und Büro-Gebäuden oder auch in kommunalen Immobilien und Landesliegenschaften, Mensen, Universitätsgebäuden und Instituten, kann eine Solaranlage besonders effektiv zur Dekarbonisierung des Stromsystems beitragen. Aber auch Lebensmittelmärkte, deren Strombedarf wegen ihrer Kühlregale im Sommer steigt, passen perfekt zum Lastgang einer Solaranlage.

Die Nutzung städtischer Dächer durch genossenschaftlich organisierte Contractoren könnte auch die Stadt Freiburg bei ihrem Decarbonisierungsvorhaben maßgeblich voranbringen. Gleichzeitig kann die Stadt hier ein partizipatives Jungunternehmen unterstützen, indem sie ihm ein Dach überlässt.

Nachahmer gesucht

Die Schüler-Genossenschaft am Montessori Zentrum Angell soll nicht alleine bleiben. Die Initiatoren wollen das Konzept nach einer Evaluation weiteren Schulen anbieten und systematisch ein Netzwerk aus Schülerenergiegenossenschaften in Südbaden aufbauen. Zu diesem Zweck wird das Konzept mit seinen Bausteinen so weiterentwickelt, dass es sich an jeder Schule mit einer Oberstufe umsetzen lässt. Ziel ist, diese Form des Lernens anhand eines konkreten gemeinschaftsorientieren Praxisprojekts zu einem überall reproduzierbaren Modellansatz auszuarbeiten. Dieser kann dann nicht nur in Deutschland, sondern in möglichst vielen europäischen Ländern für die Heranführung von Schülern an nachhaltiges Wirtschaften genutzt werden. fesa e.V. und Solar-Bürger-Genossenschaft eG haben zu diesem Zweck einen Projektantrag bei Horizonte 2020 eingereicht.

Kontakt

Wer Ideen für Dachangebote hat oder das Konzept auch für weitere Schulen nutzen möchte, kann sich an die Schülergenossenschaft über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder an den fesa e.V. wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Weitere Infos und Materialien gibt es bei fesa e.V.:

https://www.fesa.de/freiburg/projekte/paedagogische-projekte/scolargeno/