Am 20. Mai 2011 fand die Jahreshauptversammlung der Solar-Bürger-Genossenschaft statt. Die 15 Teilnehmer schlossen das vergangene Jahr ab und entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat für 2010.

Das Projekt Landau

Das Projekt Justus1 in Landau wurde vorgestellt und über den Stand berichtet. Nachdem mitt-lerweile die Vorplanungen und die Ausschreibung abgeschlossen sind, zeigt sich, dass das Pro-jekt größer und komplexer ist, als ursprünglich gedacht. Auch der anfängliche Plan, die Anlage noch im Juni fertigzustellen, stellte sich als zu ambitioniert heraus. Die Anlage ist nun mit 525 kWp geplant und wird voraussichtlich über 1,2 Mio Euro kosten.
Entsprechend höher sind die Anforderungen der Banken, der Eigenkapitalgeber und auch unse-res Aufsichtsrates an die Absicherungsstrategien.
Um das Projekt nicht zu gefährden und eine sorgfältige Abwicklung zu gewährleisten, sehen wir nun davon ab, den 30. Juni als Inbetriebnahmezeitpunkt beizubehalten.
Wir vereinbaren bei einer Absenkung der Einspeisevergütung eine angemessene Preisanpas-sung mit dem Anlagenbauer.
Eine verbindliche Vertragsunterzeichnung des Dachverpächters liegt bereits vor, so dass einer erfolgreichen Abwicklung nichts mehr im Wege steht.
Daher beginnen wir jetzt mit der Einwerbung von Eigenkapital, das als Voraussetzung für das Bankdarlehen nachgewiesen werden muss. Immerhin benötigen wir nun kurzfristig fast 250.000 Euro.
Weitere Infos dazu finden Sie unter Projekte.

Weitere Solarstrom-Projekte

Es gibt außerdem mehrere interessante Anfragen auch aus dem Freiburger Raum, die wir ver-folgen. Für eine komplette Abwicklung in der ersten Jahreshälfte kommen sie nicht in Frage, so dass das Landauer Projekt die erste Priorität behält. Wir führen aber erste Gespräche und berei-ten die Planungen vor. Vor allem freut es uns, dass wir gut wahrgenommen werden in Freiburg und Projektideen an uns herangetragen werden.

Beiräte und Arbeitsgruppen

Es wurde die Arbeit des Risikobeirates und der Arbeitsgruppe BHKW vorgestellt.
Laut Genossenschaftsgesetz und auch entsprechend den Forderungen des Genossen-schaftsverbandes muss die solargeno ein Risikomanagementsystem aufbauen. Der Risi-kobeirat, bestehend aus je einer Person aus den drei Gremien Mitgliederversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand, unterstützt den Vorstand bei der Definition der risikorele-vanten Bereiche und der Ausgestaltung der jeweiligen Maßnahmen zur Minimierung des Risikos. Langfristig führt er regelmäßige Revisionen des Risikomanagements durch und entwickelt es entsprechend den Entwicklungen der Genossenschaft weiter.

Die Arbeitsgruppe BHKW aus 8 Mitgliedern trifft sich 14-tägig, um ein Modell zu erar-beiten, mit dem die solargeno Wohnungs- und Hauseigentümer sowie Unternehmen bestmöglich bei der Effizienzsteigerung ihrer Gebäude unterstützen kann. Ein besonde-rer Schwerpunkt liegt dabei in einem Contractingmodell für Blockheizkraftwerke. In Mehrfamilienwohnhäusern liegt ein besonders großes Potenzial dafür. Gleichzeitig be-stehen hier die größten Hürden:
- schwerfällige Entscheidungsstrukturen mit Verwaltung und jährlicher Eigentümerver-sammlung
- geringe Einigungschancen zu Investitionen mit Risiko, Betreuungsarbeit, technischer Ausführung
Risiko, Investition, Betreuungsaufwand und Abrechnung müssen der Eigentümerge-meinschaft und der Verwaltung daher komplett abgenommen werden, wenn die städti-sche Energiewende vorankommen soll und die Emissionsziele erreicht werden sollen.
Die Arbeitsgruppe entwickelt Strategien für Aufklärung, Information und Akquise, Kon-zepte für die Refinanzierung der Vorarbeiten, plant die Abläufe, definiert die Akteure und bereitet die Vertragsgestaltung vor.

solargeno

Schließlich wurde die in der früheren Sitzung aufgeworfene Frage nach dem Namen der Genos-senschaft diskutiert und abgestimmt. Der Aufsichtsrat schlug vor, den Namen "Solar-Bürger-Genossenschaft eG" beizubehalten und das Namenskürzel solargeno als Umgangsname zu etab-lieren. Dieser Vorschlag wurde angenommen.